Niklas Schenk: Für 7 Minuten mit Magnus reiste ich nach Norwegen

Niklas Schenk: Für 7 Minuten mit Magnus reiste ich nach Norwegen

Wie kommt man an ein Interview mit Magnus Carlsen? Im Schachtalk erzählt ARD-Redakteur Niklas Schenk, wie er mit der Aussicht auf ein 7-minütiges Interview mit Carlsen nach Norwegen reiste. 

Das deutsche Power-Couple Dennis & Dinara Wagner Du liest Niklas Schenk: Für 7 Minuten mit Magnus reiste ich nach Norwegen 4 Minuten

Wenn Niklas Schenk über Schach spricht, schwingt eine Begeisterung mit, die weit über das bloße Berichten hinausgeht. Als Redakteur bei der ARD ist er einer der wenigen, die es schaffen, das „Nischenthema“ Schach in den Mainstream der Sportschau zu hieven. Im aktuellen Schachtalk gab er einen faszinierenden Einblick in eine Arbeit, die zwischen akribischer Recherche und dem richtigen Gespür für Trends balanciert.

Der Trendriecher: Von der Snooker-Liebe zum Schach-Boom

Schenk beschreibt sich selbst als jemanden, der ein Auge für Sportarten hat, die kurz vor dem Durchbruch stehen. Er zieht Parallelen zu Snooker und Darts – Sportarten, die durch charismatische Figuren wie Ronnie O’Sullivan oder die besondere Atmosphäre der Weltmeisterschaften groß wurden.

Schon vor dem Corona  und Damengambit-Hype spürte er: „Da passiert etwas.“ Ein Meilenstein war sein Video über Georgios Souleidis („The Big Greek“) im Jahr 2020 – das anschließende Reaction von Souleidis machte ihm deutlich, welches Reichweitenpotenzial Schach hat.   

Der Naroditsky-Effekt

Schenk erklärte auch, warum aus seiner Sicht der Tod von Daniel Naroditsky ein derart großes Thema in den Medien war. Insbesondere die Nahbarkeit und Authentizität zeichneten den viel zu jung verstorbenen US-Streamer aus. Dazu kommen die Tragik und die mysteriösen, immer noch nicht vollständig geklärten Umstände seines Todes. 

Begegnungen mit den Giganten: Carlsen, Niemann und Kramnik

Die packendsten Momente des Talks waren Schenks Schilderungen seiner Begegnungen mit den Protagonisten der Szene.

  • Der Carlsen-Durchbruch: Er erzählte von der Hartnäckigkeit, die nötig war, um das erste exklusive ARD-Interview mit Magnus Carlsen zu bekommen. Sieben Minuten mit Carlsen bekam er versprochen und reiste dafür extra nach Norwegen - am Ende bekam er eine ganze Minute mehr.  

  • Scambit & Niemann: Die Recherche zur Niemann-Story war für Schenk ein „Deep Dive“ in menschliche Abgründe und technische Details. Der Podcast Scambit, bei dem Schenk mitwirkte, wurde dafür mit dem Deutschen Podcastpreis belohnt.

  • Das Kramnik-Phänomen: Besonders kurios: Vladimir Kramnik trat aktiv an Schenk heran, um desssen Reichweite zu nutzen. Schenk beschrieb, wie er professionell damit umging, und wie es ihm gelang, sich nicht für die statistischen Feldzüge des Ex-Weltmeisters einspannen zu lassen.

Die Zukunft: Freestyle Chess und die „Total Chess“-Tour

Auch politisch bezog Schenk Stellung zu den aktuellen Themen der Schachwelt:

  • Die Weissenhaus-Kehrtwende: Dass die FIDE nun mit Jan-Henric Buettner kooperiert und Weissenhaus zur offiziellen Freestyle-Weltmeisterschaft (13.–15.2.2025) erklärt hat, nannte er eine „erstaunliche Entwicklung“. Nach langen Streitigkeiten scheint man einen gemeinsamen Nenner gefunden zu haben. 

  • Total Chess World Championship: Die neue Tour von FIDE und Norway Chess sieht er zweigeteilt. Sportlich sei die Kombination aus Klassik, Rapid und Blitz modern und „TV-tauglich“. Kritisch sieht er jedoch die enorme Regelkomplexität. Ein Titel wie „World Combined Champion“ sei für das breite Publikum noch schwer greifbar und erklärungsbedürftig.

"Ich laufe eher Keymer hinterher als umgekehrt"

Für den Fall von weiteren Erfolgen Keymers glaubt Schenk durchaus an einen kleinen Boris-Becker-Effekt. Sein Verhältnis zur Familie von Keymer ist von professionellem Vertrauen geprägt – eine notwendige Basis für die tiefen Einblicke, die seine Berichte auszeichnen. Dabei geht aber die Initiative meist von ihm aus. „Ich laufe ihm eher hinterher als umgekehrt“, stellte er klar. Er ist derjenige, der die Geschichte sucht und hartnäckig bleibt, während er stets die nötige journalistische Distanz wahrt. 

Fazit: Ein souveräner Auftritt

Fundiert, professionell, sympathisch und reflektiert: Niklas Schenk stellte im Schachtalk unter Beweis, warum er für die großen Medienhäuser der Schach-Ansprechpartner Nummer eins ist. Die Chess Tigers freuen sich über weitere große ARD-Berichte über das Geschehen auf den 64 Feldern. 

Schreibe einen Kommentar

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.

Bleibe immer auf dem Laufenden

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.

Newsletter Anmeldung