Liebe Anja, du bist seit Kurzem für die Chess Tigers tätig. Willkommen im Team!
Vielen Dank, Michael. Tatsächlich fühle ich mich sehr willkommen.
Bei welchen Gelegenheiten warst du bisher schon für die Chess Tigers im Einsatz – und was genau hast du dabei gemacht?
Im Außeneinsatz war ich beim Frühlingsopen in Baden-Baden. Dort habe ich den Verkaufsstand betreut, während Jonny beim Turnier mitgespielt hat. Vor und nach den Runden hat er übernommen und mir bei Fragen geholfen. Vor dem Einsatz hatte ich etwas Bammel, doch die Leute waren alle locker.
Wie kam der Kontakt zu uns zustande?
Marina und Sven kenne ich schon viele Jahre. Eines Tages hielt ich einen Flyer in der Hand, wie eigentlich schon oft, doch dieses Mal wurde ich gefragt, ob das nichts für mich wäre. Eine Stunde später wurde mir das Lager in Karlsruhe gezeigt und zwei Tage später war klar, dass ich bei den Chess Tigers einen Minijob annehme würde.
Du hast auch schon in der Frauenbundesliga für die Karlsruher Schachfreunde gespielt – was waren für dich besondere Momente in dieser Zeit?
Tatsächlich war ich Spielerin der ersten Stunde bei den Frauen der Karlsruher Schachfreunde. Die Schwestern Veronika und Isabel Werner (heute V.Kiefhaber bzw. I.Delemarre) haben die Mannschaft gegründet und Tina Hauser sowie mich als Gastspielerinnen dazugeholt. In selbiger Besetzung haben wir mit der badischen Mädchenmannschaft den deutschen Meistertitel errungen. Wir sind von der Regionalliga in die 2.FBL und schließlich in die 1.FBL aufgestiegen und haben das Team mit Mädchen und Frauen aus der nähernen Umgebung oder mit Bezug zum Verein erweitert.
Die Zeit war schon sehr speziell für mich als junge Spielerin. Toll war zudem, dass man immer wieder Freundinnen, die man von anderen Turnieren kannte, traf. Dass man als Reisepartner Baden-Baden mit den vielen guten Spielerinnen hatte, war ebenfalls ein Pluspunkt. Allerdings traten die Gegner gerade wegen Baden-Baden häufig in extrem guter Besetzung an, was es uns deutlich erschwert hat.
Besonders gefallen haben mir die zentralen Endrunden. In meiner bislang vorletzten Partie in der FBL habe ich die beste Leistung meines Lebens gezeigt und erst nach 128 Zügen
gegen eine spanische IM verloren. Ach, die Frauenbundesliga war, insbesondere als ich jung war, einfach toll.
Was macht dir am meisten Spaß an der Arbeit rund ums Schach?
Ich mag die Atmosphäre auf Turnieren, die Anspannung, die gemeinsame Analyse nach der Partie. Ich beobachte gerne die Spitzenspieler, wie sie sich am Brett geben. Ich liebe es, mit Freunden aus der ganzen Welt zu quatschen.
Die Chess Tigers leisten auf vielfältige Weise einen Beitrag, dass viele Leute ähnlich faszinierende Erfahrungen machen können. Mit dem Versand, dem Shop in Berlin, den Schulungen, dem wöchentlichen Podcast, den Auftritten bei Turnieren und vielem mehr wird Einiges geboten, um Schach weiter nach Vorne zu bringen. Es ist doch toll, da
mitzuwirken!
Wie wird deine Arbeit für die Chess Tigers künftig genau aussehen? Wo und wobei kann man dich antreffen?
Wie gesagt, ist das erst einmal ein Minijob. Ich arbeite im Lager, verschicke Pakete und manchmal wird man mich auf Turnieren am Verkaufsstand finden. Nach einer Weile wird sich zeigen, ob ich komplett zu den Chess Tigers gehe. Dann müssen wir uns überlegen, wie die Tätigkeit ausgeweitet werden kann. Da es mir sehr gut gefällt, stehen die Chancen gut, dass es für mich eine Zukunft als Tigerin gibt.
Das grenke Open steht kurz vor der Tür. Dort werde ich täglich hinter dem Verkaufsstand stehen. Auf das Turnier freue ich mich riesig. Andererseits ist die Masse an Leuten schon erschreckend. Um das bewältigen zu können, arbeiten wir im Team. Zum Glück werden Marina und Jonny dort sein.
Gibt es ein Schachbuch, eine Partie oder eine Spielerin bzw. einen Spieler, der dich besonders geprägt hat?
Hm, leider habe ich in meinem Leben nicht in viele Schachbücher geschaut. Ich liebe Taktiken und löse täglich ein paar Aufgaben.
Was sollten die Chess-Tigers-Fans unbedingt über dich wissen, was man sonst nicht erfährt?
Generell mag ich Gesellschaftsspiele, Puzzle, schwierige Kreuzworträtsel und andere Arten von Denksport. Im Garten meiner Mutter habe ich immer viel zu tun, was mir inzwischen, anders als in meiner Jugend, Spaß macht. Gartenarbeit ist quasi mein Workout.
Wenn du beim nächsten großen Turnier einen Wunsch frei hättest - welcher wäre das?
Eigentlich fände ich es cool, mal einen Ratingpreis zu gewinnen.
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und weiterhin viel Freude und Erfolg!
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