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Chess960

Hart umkämpft: Auftakt der Chess960 German Grand Prix Serie 2006 verspricht Spannung pur
Schachgroßmeister wetteifern um den Sieg beim 2. Gerling Kreativ-Chess960-Turnier in Berlin

04.05.2006 - Eigentlich könnten die gemeldeten Spitzenspieler beim diesjährigen 2. Gerling Kreativ-Chess960 Turnier, das vom 5.-7. Mai in Berlin stattfindet, ganz gelassen an den Start gehen - denn sie brauchen sich mit vorbereiteten Eröffnungsvarianten und häuslicher Analyse-Arbeit am Computer nicht belasten. Getreu den Prinzipien des Chess960 werden ja bekanntermassen die Startposition erst unmittelbar vor Partiebeginn ausgelost, und bei 960 möglichen Startpositionen versagt jede theoretische Vorbereitung ihren Dienst.

GM Viesturs Meijers

Doch wer gedacht hätte, die Großmeister, Titelträger und die anderen ambitionierten Spieler könnten sich ein ruhiges Wochenende genehmigen, sieht sich getäuscht - zu eng liegt die Spitze gemessen an den Ratingzahlen (ELO, DWZ, IPS) - zusammen und der üppige Preisfonds von ca. 4.000 Euro weckt auch manche Begehrlichkeit.

Mit GM Viesturs Meijers ist der Titelverteidiger und letztjährige Gewinner der German Grand Prix Serie wieder dabei - und seine Ergebnisse im Chess960 können sich durchaus sehen lassen.

Die Rating-Favoriten liegen ganz eng beieinander: IM Rainer Polzin, GM Mikhail Milov aus Bad Mergentheim oder GM Mladen Muse liegen nur wenige Punkte entfernt auf den weiteren Favoriten-Rängen, so daß wohl die Tagesform oder das gewisse Händchen im Umgang mit einer ausgelosten Startposition den Ausschlag für den Turniersieg geben könnte.

Prof. Dr. Freise (links) und Dr. Matthias Kribben (rechts)

Chess960 ist aber auch für Amateure und Wenigzeitinhaber geeignet und bietet diesen Spielern quasi einen Handicap-Ausgleich für die vielleicht fehlende Theorie-Tiefe. So lässt es sich auch Professor Dr. Eckhard Freise nicht nehmen, zum wiederholten Mal an dieser Turnierserie teilzunehmen. Gut möglich, daß er wieder in einer Runde auf Dr. Matthias Kribben, den Präsidenten des Berliner Schachverbandes trifft oder sich gar kreative Scharmützel mit Hans-Walter Schmitt von den Chess Tigers liefern wird.

Die wohl weiteste Anreise dürfte das Trio von Fischer Z, dem Kult-Schachverein aus Amsterdam haben. Mit FM Peewee van Voorthuijsen, Thomas Hauptmann und Kees de Kruif beweisen die niederländischen Freunde des Chess960, daß diese Innovation im Schach auch erfolgreich in den europäischen Nachbarländern praktiziert wird.

Chesstiger-Redakteur Eric van Reem lieferte ein Kurzportrait:

Fischer Z

Der „alternative Schachverein“ Fischer Z. wurde 1982 in Amsterdam gegründet.

Schachspieler denken bei der Namen des Vereins natürlich sofort an Bobby Fischer, aber die Gründer waren in der Zeit große Fans der englischen Popband Fischer Z. und dies war der Hauptgrund dem Verein diesen ungewöhnlichen Namen zu geben. (Bekannte Lieder der Band sind z.B. Marliese, Berlin und Room Service, mehr über Fischer Z findet man unter www.capitolmusic.de/xml/1/552199/discografie.html ).

Der Schachspieler Fischer wird vom Verein gewürdigt im Online Magazin „Reykjavik“ und das Interesse des Vereins im Fischer Random Chess oder Chess960 liegt durch den Namen des Vereins nahe. Einige Mitglieder des Vereins, darunter Kees de Kruif, Monique van der Griendt und Bram van Dijk spielten bereits mit großer Begeisterung einige Chess960 Turniere beim Chess Classic in Mainz, und kamen dadurch auf die Idee eine offene niederländische Chess960 Meisterschaft zu veranstalten.

Das 2. Gerling Kreativ-Schach-Open Berlin wird wie im letzten Jahr von Gerling Lebensversicherungs-AG unterstützt und beginnt am 5. Mai 2006 im Haus des Sports, Arcostraße 11-19, D-10587 Berlin-Charlottenburg. Auftakt zur ersten Runde ist Freitag um 16:30 Uhr - interessierte Spieler können sich noch bis spätestens 16:15 Uhr registrieren - Startgeld ohne Voranmeldung Euro 30.-

Gerhard Kenk

Published by Gerhard Kenk

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