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Nachrichten

„Schach macht tigerstark!“
Hans-Walter Schmitt wird 60

03.04.2012 - Höher, Weiter, Schneller“, dieses leicht auf die Initialen unseres Jubilars abgewandelte Olympische Motto spiegelt seit rund 30 Jahren trefflich alles wieder, was Hans-Walter Schmitt selbst von sich erwartet und tagtäglich im Sinne des Schachsports leistet. Stillstand und das Ausruhen auf Lorbeeren sind dem gebürtigen Oberzerfer (nahe Trier) ein Gräuel, Beständigkeit gepaart mit Innovation jedoch sein Credo. Heute wird Schmitt 60 Jahre jung und kann auf ein bewegtes (Schach-)Leben zurückblicken. Bei der Erinnerung soll die folgende Melange aus Artikeln, Interviews und zahlreichen Bildern ihm, aber auch uns und Ihnen helfen. Doch wer glaubt, „Ninesixty-Schmitt“ würde bald in Rente gehen, kennt unseren Obertiger schlecht. Bühne frei für das Geburtstagskind!

Des Tigers neue Kleider
Am 16. Februar feierte das Chess Tigers Training Center seinen zweiten Geburtstag. Grund genug, Ihnen unser neues Angebot an Polo-Shirts vorzustellen, welche Sie ab sofort käuflich erwerben können. Dabei bieten wir Ihnen von der Kinder- bis zur Erwachsenengröße die komplette Palette an. Wir haben den absoluten Klassiker - das schwarze Chess Tigers Polo-Shirt mit dem springenden Tiger - im neuen Design aufgelegt und dazu in mehreren Farben ein Chess Tigers Training Center Polo-Shirt kreiert. Größere Bilder der Shirts sowie alle Größen und Preise finden Sie in unserem gleichnamigen Artikel Des Tigers neue Kleider. Sofort bestellen können Sie unter info@chess-tigers.de.


Privates

„HWS“, wie ihn viele nennen, ist ein gebürtiger Rheinland-Pfälzer aus der Nähe von Trier. Seine Eltern bewirtschafteten einen Hof in Oberzerf (ca. 20km von Trier), hatten zudem eine eigene Gastwirtschaft und ein Kolonialwarengeschäft. Als ältester Sohn von insgesamt fünf Kindern (drei Schwestern und ein Bruder) hatte HWS ursprünglich den logischen Gedanken, mal die Geschäfte des Vaters zu übernehmen, doch dieser hatte andere Pläne mit dem offenkundig begabten Filius. So kam es, dass er sich, nachdem er erfolgreich eine Lehre als Landmaschinenmechaniker abgeschlossen hatte, alsbald in der Großstadt Frankfurt am Main am Technischen Gymnasium wiederfand und über den zweiten Bildungsweg ein 1,4er-Abitur hinlegte. 1974 begann er in der Main-Metropole zunächst mit dem Studium der Medizin, machte sogar das Physikum sowie das erste und zweite Staatsexamen, doch er musste sich selbst eingestehen, dass dies nicht das war, was ihm wirklich für seine Zukunft vorschwebte. Er selbst sagt: „Ich bin kein Helfer, sondern ein Macher!“

Cornelia und Hans-Walter Schmitt

Wie es so oft ist, konnte die eigene Familie nicht nachvollziehen, warum er das Studium abbrach, doch mit Cornelia traf er nicht nur die Liebe seines Lebens, er hatte fortan jemanden an seiner Seite, der ihn verstand und zusätzliche Kraft verlieh, um seinen weiteren Werdegang in die richtigen Bahnen zu führen. Er eignete sich an der European Business School und am Control Data Institute Wirtschafts- und Computerwissen an und entschied sich letztlich für Siemens als Arbeitgeber, wo er recht rasch ins obere Management aufstieg. Seit vielen Jahren lebt Hans-Walter Schmitt mit seiner Frau Cornelia im schönen Bad Soden am Taunus - übrigens Tür an Tür mit dem amtierenden Weltmeister Viswanathan Anand, wenn dieser in seiner zweiten Heimat ist.


Chess Tigers Training Center

Wie uns allen hinlänglich bekannt ist, fand 2010 nach 17 äußerst erfolgreichen Jahren die letzte Chess Classic statt. Wer HWS nicht so gut kennt, hat bestimmt vermutet, dass damit auch sein bis dahin unermüdliches Engagement für das königliche Spiel endet. Weit gefehlt, schon lange Zeit reifte in ihm die Idee, eine Firma zu gründen, die es ihm weiterhin ermöglicht, ohne die zwangsläufigen Einschränkungen einer Vereinsstruktur das Schach zu fördern. Am 16. Februar 2010 und damit schon vor dem offiziellen Ende der Chess Classic gründete er zusammen mit IM Dr. Erik Zude die Chess Tigers Training Center GmbH in Bad Soden am Taunus. Dort trainiert vom Grundschulkind bis zum Weltmeister ein jeder unter optimalen Bedingungen, es finden regelmäßig Seminare mit den besten Trainern statt, immer wieder werden von dort Top Turniere in Zusammenarbeit mit ChessBase live übertragen und kommentiert, und selbstverständlich wird dort auch Schach gespielt.

Die Hausherren der B9 - Hans-Walter Schmitt und Dr. Erik Zude

In der Brunnenstraße 9 (B9) hat der Chess Tigers Schach-Förderverein, in welchem HWS jüngst wieder zum Vorsitzenden gewählt wurde, mittlerweile sein Hauptquartier. Viele Größen des Schachsports, seien es Spieler, Organisatoren, Funktionäre, Trainer, Journalisten oder auch der gemeine Amateur, waren und sind begeistert, wenn sie das erste Mal die heiligen Hallen des Training Centers betreten, von einem stolzen Hausherrn herumgeführt und mit der ihm ureigenen Überzeugungskraft und Begeisterung über den Sinn und Zweck dieser Einrichtung aufgeklärt werden.


Chess960

Noch heute ist die Begebenheit mit dem dreifachen Chess960-Weltmeister Peter Svidler HWS Lieblingsstory, wenn er über Highlights der Geschichte von Chess960 spricht. Der sympathische St. Petersburger nahm 2002 an dem ersten FiNet Chess960 Open der Chess Classic Mainz teil und galt als heißester Anwärter auf den Gesamtsieg. Doch am ersten Tag lag er nach fünf Runden und zwei Niederlagen abgeschlagen hinter der Spitze zurück und beschwerte sich bitterlich beim verdutzten Organisator, was für ein sch*** Spiel dieses Chess960 doch sei. Trocken entgegnete der Gescholtene, dass er am folgenden Tag doch noch 6 aus 6 machen könne. Gesagt getan, am nächsten Tag betrat ein ausgeschlafener Svidler die Halle, fegte tatsächlich alle sechs Gegner vom Brett und … gewann das Turnier! Im nächsten Jahr wurde er der erste Chess960-Weltmeister und verteidigte den Titel zwei weitere Jahre lang. Bis heute ist Svidler ein großer Fan von Chess960 und nach wie vor sehr stolz auf seine Titel.

Die Teilnehmer am Einladungsturnier am 31.März/1. April v.l.n.r:
Eric van Reem, Hans-Dieter Post, WFM Dr. Bergit Brendel (Siegerin!),
Peter Kunath, Hans-Walter Schmitt, Jens Beutel, Dr. Matthias Kribben,
Dr. Rainer Martin, Ulrich Gass und Prof. Dr. Eckhard Freise

Leider war es HWS nie vergönnt, den Erfinder von Chess960, Robert James „Bobby“ Fischer (*9. März 1943; †17. Januar 2008), persönlich zu treffen, aber der Geist des 11. Schachweltmeisters schwebt permanent im Chess Tigers Training Center. Mehrfach ziert dessen Konterfei die Wände der B9, und bis heute fördert HWS das „neue Schach“ mit großer Leidenschaft und steckt nach und nach immer mehr skeptische Schachfreunde mit dem Virus an.

Nine-Sixty-Schmitt

Regelmäßig finden in der Brunnenstraße Chess960 Turniere statt – zuletzt ein starkes Einladungsturnier mit engen Freunden des Obertigers anlässlich der Vor-Feierlichkeiten seines 60. Geburtstages. Dass Chess960 tatsächlich weiter auf dem Vormarsch ist, bestätigt die Tatsache, dass am 17. Juni in Waldbronn (nahe Karlsruhe) die 1. Offene Deutsche Meisterschaft im Chess960 Schnellschach ausgetragen wird – selbstverständlich mit HWS und weiteren Chess Tigers am Start.


Nur noch kurz das Schach retten…

…ist – angelegt an den Hit von Tim Bendzko – natürlich absolut reißerisch und daher vollkommen passend auf unseren Hans-Walter! Leise treten, Anderen die Arbeit überlassen, tatenlos zu- oder gar wegschauen, seinen Mitmenschen nach dem Mund reden und sich auf seinen Lorbeeren ausruhen, derlei Gedanken kennt HWS nicht. Damit müssen die, die ihn kennen, mögen und lieben ganz einfach leben. Schach ist seine Leidenschaft, gerne würde er es besser beherrschen, als er es ohnehin schon tut, doch noch besser ist er im Promoten und seit einiger Zeit auch im Trainieren. Vermutlich ist er über Letzteres selbst am meisten erstaunt, doch seine strenge, aber freundschaftliche Art lässt die jungen Schüler an seinen Lippen kleben. Mit wertvollsten Tipps seiner Frau Cornelia, welche eine erfahrene Diplom-Sozialpädagogin ist, und in unzähligen Trainingsstunden hat es HWS geschafft, sich selbst zu einem Jugendtrainer zu schulen. Seine Jungs von „Bad Sodens Neunte“ steigern nicht nur stetig ihre Spielstärke, sie verhalten sich am Brett auch absolut tadellos, was im Jugendschach leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Der Meistertrainer mit seinen Buben von Bad Sodens Neunte:
(v.ln.r.) Lukas Martin, Max Leo Deppe, Tim Wagner und Jan Frederik Werndl
sind auch außerhalb des Schachs dicke Freunde

Nicht selten sind die Eltern hin und weg, wenn sie ihre Sprösslinge hochkonzentriert über mehrere Stunden eine einzige Schachpartie spielen sehen. Sie wissen, bei HWS sind ihre Kinder in den allerbesten Händen und solange sie bei ihm sind, brauchen sie sich nicht um sie zu sorgen.

Schachunterricht mit Spiel und Spaß im Schulkinderhaus Schwalbach

Ja, so rettet man das Schach! Zwar nicht „kurz“, aber dafür nachhaltig und sehr zum Wohle der Kinder und des Sports. Dabei lautet die Message stets: „Schach macht Spaß!“


Lieber Hans-Walter, im Namen aller Chess Tigers sei Dir an dieser Stelle für Dein unermüdliches Engagement, Dein stets offenes Ohr und Deine Freundschaft gedankt!


Wir gratulieren Dir von ganzem Herzen zu Deinem 60. Geburtstag
und wünschen Dir für die Zukunft von allem nur das Beste!


Es folgen noch einige ausgewählte historische Dokumente und Bilder über und von dem Jubilar. Einige Fotos haben bisher noch nie das Licht der Öffentlichkeit gesehen und bei manchen wäre es unserem HWS vermutlich lieber, sie würden es auch jetzt nicht tun... Daher: Viel Spaß!

Anno 2000 war die Chess Classic in Bad Soden und die Tatsache, dass damals dort die Top Ten der Welt anwesend war, zauberte nicht nur dem Ehepaar Schmitt ein breites Grinsen in die Gesichter

2007 in Mainz dann ein neuerlicher Rekord, als unglaubliche 762 Schachspieler
am ORDIX Open teilnahmen und eine einmalige Bestmarke aufstellten

Nochmals in Wort und Bild: Siebenhundertzweiundsechzig Schachspieler!

Schnellschach-WM 2007 mit Vishy Anand, Levon Aronian,
Rustam Kasimdzhanov und Etienne Bacrot

Ebenfalls 2007 - der Obertiger im Showduell mit dem Supermodel
und Präsidentin des estnischen Schachverbandes(!) Carmen Kass

Chess Classic 2005 - Erneut Chess960-Weltmeister: Peter Svidler flankiert von HWS, Sponsor Peter Kunath (FiNet) und dem unterlegenen Zoltan Almasi

2006 wurde Svidler dann von Levon Aronian entthront

Chess Classic 2006 - Sängerin Vaille im Duell mit HIM-Keyboarder Emerson Burton

Chess Classic 2005 - Pressekonferenz zur Unzicker Gala80 mit Anatoly Karpov, Wolfgang Unzicker, Viktor Korchnoi und Boris Spassky

Wolfgang Unzicker (*26. Juni 1925; †20. April 2006)
spielte in Mainz das letzte Turnier seines Lebens

2004 spielte HWS in der ersten Runde seine letzte Partie im FiNet Open
und hätte beinahe den amtierenden Fide-Weltmeister Ruslan Ponomariov geschlagen!

Durch die Chess Classic wurden Hans-Walter Schmitt und Weltmeister Viswanathan Anand dicke Freunde - Nach wie vor träumt "Opa Walter" davon, Vishys Sohn Akhil irgendwann in der B9 Skandinavisch beibringen zu dürfen... Au weia!

Nicht minder eng ist die Freundschaft mit "Schatzi" Jürgen Wienecke, mit
welchem er am 9.9.1999 mit insgesamt 9 Mitgliedern die Chess Tigers gründete

Beim Grand Slam Finale in Bilbao 2008

HWS bei der WM 2008 in Bonn

Nicht nur 2010 in Sofia gehörte HWS als Delegationsleiter zum "A-Team"

Tja, wenn Du einem Niederländer erlaubst, so ein Bild zu machen, musst Du auch damit rechnen, dass es irgendwann publik wird!

Riesige Freude mit Sekundant Surya Shekhar Ganguly,
nachdem Vishy 2010 gegen Topalov den WM-Titel verteidigt hatte

Beim Schach im Park in Sofia wurde HWS noch ausgetrickst...

... bei der folgenden Jam Session machte er dann eine weitaus bessere Figur

Yeah, Baby, gimme more!

Rock ’n’ Rooooooll!!!

Chess960-Werbung von DGT - da MUSS man sich einfach in Pose stellen!

Auf Dein Wohl, lieber Hans-Walter!


Und nun noch einige Artikel und Dokumente, welche noch weit mehr über Hans-Walter Schmitt verraten, als es dieser Artikel kann:

Interview mit HWS im KARL (1999)
(damals noch Vereinszeitung der Schachfreunde Schöneck)

HWS im (Selbst-)Porträt im KARL 2/2006

Artikel in der Allgemeine Zeitung Mainz 2007

"Vertreibung aus dem Paradies"
(Großes Chess Tigers-Interview von 2011)

"Schon Dopingverdacht killt die Sponsoren"
(DAS legendäre Interview zu "Toiletgate" zwischen Kramnik und Topalov 2006)


Der Autor dieses Artikels dankt für das Durchforsten von Archiven und dem Bereitstellen von Bildern und Dokumenten den folgenden Freunden der Chess Tigers: Annette & Otto Borik, Christian Bossert, ChessBase, Peter Kutschera, Harry Schaack und Eric van Reem

Mike Rosa

Published by Mike Rosa

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